Schlagwort-Archiv: Staat

Working Paper #5:
Gert Krell: Staat – Nation – Staatensystem

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Das Papier gibt einen Überblick über verschiedene Dimensionen der aktuellen Diskussion über den Staat. Am Anfang stehen übliche Definitionsversuche und zentrale Kontroversen über den Staat. In einem zweiten Teil geht es um das Verhältnis zwischen Staaten und Staatensystem. Welthistorisch gesehen sind Staaten keineswegs die Norm, Territorialstaaten mit der Tendenz zur Globalisierung des Staatensystems sind Phänomene der Moderne ebenso wie der Nationalismus und die Nationalstaaten. Am Schluss steht die Frage nach dem Bedeutungsverlust des Staates im Zuge einer vertieften, vor allem ökonomisch geprägten Globalisierung. Zwei Exkurse widmen sich dem Verhältnis zwischen Staat und Krieg allgemein bzw. dem Verhältnis der „deutschen“ Mitte in Europa (in sehr unterschiedlichen staatsrechtlichen Formationen: als „Heiliges Römisches Reich“, als Staatenbund und als Einheitsstaat) zur europäischen bzw. Weltordnung.

Abstract (English) »

The paper gives an overview over several dimensions of current discussions about the state. It begins with common problems of definition and major controversies about the state. In a second part, the paper discusses the relationship between the state and the state system. In an historical perspective, states are by no means the norm; territorial states and their tendency to become a universal pattern of societal organization are modern phenomena, as are nationalism and nation states. At the end, the question of the relative decline of the state is addressed in connection with a deepening trend of economic globalization. Two special sub-chapters deal with the relationship between the state and war in general and the relationship of the “German” centre in Europe (in quite different constitutional forms: as the “Holy Roman Empire,” as a federation of states, and as a unitary national state) to the European or even world order.

Keywords: state, nation, war, globalization, Europe.

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Working Paper #3:
Andreas Anter: Die Chimäre vom "Ende des Staates" und der Ordnungsbedarf der Gesellschaft

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Das verbreitete Bild vom „Ende des Staates“ hat sich als Trugbild erwiesen, denn der Staat ist nach wie vor sehr lebendig. Gleichwohl befindet er sich derzeit in seiner Eigenschaft als Ordnungsgarant in einem tief greifenden Wandlungsprozess. Die widersprüchlichen Befunde zur Staatlichkeit resultieren nicht zuletzt aus der Simultanität von zwei gegenläufigen Entwicklungen: dem Rückzug des Staates in Gestalt von Privatisierung und Deregulierung, und seinem Vormarsch in Form der Usurpation immer neuer Aufgaben. Der Staat ist, wie dieser Beitrag deutlich macht, auch in normativer Hinsicht unverzichtbar, denn er verkörpert die Bedingung der Möglichkeit, demokratisch legitimierte Entscheidungen durchsetzen zu können.

Abstract (English) »

The widespread predictions about the “end of the state” turned out to be a mirage, because the state is still very much alive. In recent years, however, the state is part of a profound process of change in its capacity as guarantor of public order. The contradictory images of statehood in present political science are not least based on the fact of two opposing trends: the retreat of the state in form of privatization, and its advance in the form of permanent appropriation of new tasks. This article argues that the state is indispensable in normative terms, because it represents the condition of possibility to enforce legitimate democratic decisions.

Keywords: State, monopoly of violence, need for order,
normativity of the state.

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Working Paper #2:
Rüdiger Voigt: Regieren ohne Staat? Gesellschaftliche Selbstregelung versus politische Steuerung

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Gibt es den Staat noch, oder hat er sich im Zuge von Europäisierung, Internationalisierung und Globalisierung gewissermaßen in nichts aufgelöst? Der Einsatz der Polizei bei Demonstrationen zeigt, dass die Staatsmacht existiert und hart zuschlagen kann. Über die Steuerungsfähigkeit des Staates in wirtschaftlichen Angelegenheiten ist damit aber nichts ausgesagt. Führende Wirtschaftsunternehmen drohen der Regierung per Zeitungsannonce, die Energiewirtschaft zu hoch zu belasten. Es fragt sich, wer die Entscheidungen trifft, Staat oder Wirtschaft. Die staatliche Verwaltung ist im letzten Jahrzehnt auf betriebswirtschaftliche Effizienz getrimmt worden, die Verwaltung ist aber kein Wirtschaftsunternehmen, sondern eine Einrichtung zum Nutzen der Bürger. Der Staat braucht vor allem für belastende Entscheidungen die Unterstützung anderer Akteure. Da ein Staat ohne die Fähigkeit zur Steuerung seine Existenzberechtigung aufs Spiel setzt, sollte die Staatswissenschaft den Governance-Ansatz aufgreifen und weiterentwickeln.

Abstract (English) »

Thinking about the state is very important, especially today. Is there a powerful protective state as we have known it in the last 400 years? European Integration, Internationalization and Globalization have helped to marginalize the national-state. Yet to be confronted with riot-police, armed to the teeth, shows that police power still exists and can strike you very hard. But does that mean that the state is able to control the economy, as well? The CEOs of Germanys leading companies fight the increase of energy taxation. They try to threaten the government with news paper ads. So, who is in charge of the political decisions? With neoliberal furor the administration of all levels of the state has been rebuilt during the last decade to become economically efficient. But nobody has considered that the administration is an institution intended to serve the citizens. Political science dealing with the state should try to develop an approach of governance research to look for the conditions of a better and more effective government.

Keywords: State, Society, Political System, Control, Governance

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Working Paper #1:
Samuel Salzborn: Staat oder politisches System? Überlegungen zu begrifflichen Dimensionen politikwissenschaftlicher Herrschaftsanalyse

Abstract (deutsch) »

Die Analyse organisierter Formen von Herrschaft steht seit jeher im Mittelpunkt des politikwissenschaftlichen Erkenntnisinteresses. Die Begriffe und Kategorien, mit denen politische Herrschaftsphänomene zu fassen versucht werden, unterscheiden sich dabei jedoch erheblich und gehen von Staat über government/Regierung und politisches System bis hin zu governance. Der vorliegende Beitrag versucht den konzeptionellen und entwicklungsgeschichtlichen Kontext dieser Begriffe kenntlich zu machen und ihre Gemeinsamkeiten, wie auch ihre Differenzen heraus zu arbeiten. Dabei wird die These vertreten, dass die Verwendung der einzelnen Begriffe jeweils auf unterschiedliche Sicht- und Interpretationsweisen von organisierter Herrschaft verweist. Überdies wird in dem Beitrag ein Vorschlag für eine konstruktive Begriffsintegration vorgeschlagen, die mit einem Plädoyer gegen einen vorschnellen Abschied von der Kategorie Staat und der mit ihr verbundenen politikwissenschaftlichen und politischen Potenziale schließt.

Abstract (English) »

The analysis of dominance in its organized forms has long been a central topic of investigation in political science. However, widely divergent terms and categories – ranging from state, to government and political system, to governance – have been used in the attempt to comprehend the phenomena of political dominance. This article attempts to outline the conceptual and developmental contexts of these terms, while elaborating their commonalities as well as their differences. These will support the thesis that the use of a particular term implies a particular point of view and interpretative framework in discussing organized dominance. Finally, the article will present a proposal for constructively integrating these terms, concluding with a plea against prematurely rejecting the category of state and the attendant possibilities it offers to politics and political science.

Keywords: State, Political System, Government, Power, Governance.

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